Kammmolch
Triturus cristatus
Kammolch (Foto: Marion Damm)
  Kennzeichen
Unterseite gelb bis orange, mit großen schwarzen, häufig ovalen Flecken:
Micrografx Picture Publisher 7 Bild
Oberseite dunkelbraun bis schwärzlich
Kammmolch: Rückenansicht
Kamm Die Wassertracht des Männchens weist einen gezackten Rückenkamm auf, der am Schwanzanfang unterbrochen ist.
Größe Männchen bis ca. 15 cm, Weibchen bis ca. 18 cm lang: größter einheimischer Molch!
Milchstreifen An den Schwanzseiten der Männchen kann man zur Paarungszeiten einen weißen Streifen beobachten.

  
Verbreitung in Deutschland
Verbreitungskarte
Der Kammmolch kommt in fast ganz Deutschland vor. Da er jedoch selten ist, gibt es zahlreiche Verbreitungslücken, z. B. an der Nordseeküste, im Schwarzwald und im Bayerischen Wald.

Verbreitung in Bayern:
lückenhaft, oberhalb 900 m NN weitgehend fehlend.
(Quelle: BAYERISCHER INDUSTRIEVERBAND STEINE UND ERDEN e. V. [Hrsg.]
  
Häufigkeit im Landkreis Bamberg:
Jahr
Anzahl


Im Vergleich zum Teichmolch und Bergmolch ist der Kammmolch im Landkreis Bamberg eine Rarität. Mit großer Stetigkeit tritt er in Sandhof (Haßberge) auf. Wahrscheinlich sind für Kehlingsdorf (Steigerwald) ähnliche Verhältnisse anzunehmen.

Die Zahlen legen die Vermutung nahe, dass es "Molchjahre" gibt. Dies ist wahrscheinlich immer dann der Fall, wenn die Witterungsbedingungen für die Laichwanderungen von Erdkröte und Molchen zur gleichen Zeit optimal sind. Untersuchungen dazu fehlen bislang.
1989
-
1990
-
1991
1
1992
13
1993
5
1994
33
1995
31
1996
13
1997
42
1998
5
1999
17
2000
42
2001
14
2002
1
2003
15
2004
8


Lebensraum:
   Wälder
   Laichgewässer: Teiche in sonniger Lage, Tümpel in Baggergruben

Lebensweise:
   Landverstecke unter Steinen und Hölzern
   nachtaktiv
   Überwinterung u. U. auch in Kellern
(NÖLLERT 1992)

Ruf: Schwanzlurche gelten als stumm.
   Balzrufe: ???
   Verteidigungsrufe in Gefahr

Balz und Fortpflanzungsverhalten  
Balzzeit: März bis Mai
Das komplexe Balz- und Paarungsverhalten stellt eine so genannte Handlungskette dar, bei der die Handlung des einen Partners die jeweils folgende Handlung des anderen Partners auslöst:
   Männchen: Katzenbuckel und Handstand  vor dem Weibchen, dann:
   kräftige Schwanzschläge (Zufächeln von Sexuallockstoffen)
   Weibchen: Annäherung
   Männchen: Präsentieren der geöffneten Kloake
   Weibchen: Berühren der Schwanzunterkante des Männchens mit seiner Schnauze
   Männchen: Absetzen einer Spermatophore (mit Spermien gefüllte Tasche), dann "Weitermarschieren" und Querstellung
   Weibchen folgt und stoppt über der Spermatophore: Aufnahme der Spermatophore in die Kloake (also: Übertragung von Spermien ohne direkten Körperkontakt)
   Weibchen: Eiablage (ca. 300 Eier, einzeln in die Blätter von Wasserpflanzen durch Umknicken und Verkleben eingetütet)
   Eier: weißlich oder gelb-grünlich: leicht von den Eiern der kleineren Molcharten zu unterscheiden. Diese sind oberseits beige bis braun, unterseits heller gefärbt.

Larven:
   Länge beim Schlüpfen: ca. 1 cm
   Länge bei der Metamorphose  (Alter: 3-4 Monate): ca. 8 cm
   in kühlen Gewässern: Verlangsamung der Entwicklung, daher Überwinterung als Larve möglich
   Nahrung der Larven: Wasserflöhe
   Neotenie in seltenen Fällen möglich: Larven werden ohne Umwandlung geschlechtsreif.
(nach NÖLLERT 1992)

Nahrung:
   Flohkrebse
   Eintags- und Köcherfliegen
   Zuckmückenlarven
   Schnecken
(NÖLLERT 1992)

Feinde:
   Vögel (Reiher)
   Fische
   Larven: Libellenlarven, Gelbrandkäfer

Abwehrverhalten:
   Totstellreflex bei Berührung (Dauer: ca. 10 Sekunden): Das Tier krümmt den Schwanz ein und legt sich auf den Rücken; dann stellt es sich tot.
   Abwehrlaute
   Absondern eines milchartigen Giftsekretes mit charakteristischem Geruch: Das Sekret kann beim Menschen Schleimhautreizungen hervorrufen
   harmlose Bisse
(Vgl. NÖLLERT 1992)

Geschlechtsreife:
mit 2-3 Jahren

Höchstalter:
12 Jahre

Gefährdung durch
   Straßenverkehr
   Zerstörung von "nutzlosen" Kleinbiotopen (Laichgewässer)
   Gewässerverschmutzung
   überhöhte Fischbesätze in Teichen

(Zusammenstellung: Jonas Seeberger)
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